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Weltpremiere: Rennwagen mit Steer-by-Wire-Technologie im Einsatz

Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co.KG präsentiert in Zusammenarbeit mit Phoenix Racing ersten Steer-by-Wire-Rennwagen

Nürburgring/ Pfronstetten-Aichelau, 26.06.2019. Mit 240 Kilometer pro Stunde über die Start- und Zielgerade am Nürburgring und das ganz ohne Lenksäule: Der mit dem Steer-by-wire-System „Space Drive“ von Schaeffler-Paravan ausgerüstete Audi R8 LMS GT3 macht es möglich. Die Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co.KG präsentierte im Rahmen des 24h-Rennens auf dem Nürburgring den ersten vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) zugelassenen Rennwagen dieser Art. Der Audi R8 LMS GT3 mit „Space Drive“ und einem Force-Feedback-Lenkrad hat keine mechanische Verbindung zwischen Lenkeinheit und -getriebe und wird zukünftig an der Renntourenwagen-Serie DMV GTC teilnehmen.

„Der Motorsport fordert extrem. Es ist gelebte Praxis, dass man Technologien in diesem Bereich zum Einsatz bringt. Das erfordert Dauerhaltbarkeit und ermöglicht uns Anforderungen und System-Features zu überprüfen“, sagt Prof. Dr-Ing. Peter Gutzmer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender sowie Technologievorstand der Schaeffler AG. „Der Rennsport ist ein ideales Testfeld für die Weiterentwicklung des gesamten Drive- bzw. Steer-by-Wire-Systems auf Basis von Space Drive.“
„Wenn man mit 250 Stundenkilometern die Ideallinie fahren und herunterbremsen kann, und da geht es um hundertstel Sekunden, dann zeigt das die Zuverlässigkeit des Systems,“ ergänzt Roland Arnold, CEO der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG sowie Gründer und Geschäftsführer der Paravan GmbH.

Für weitere Entwicklungsschritte sind Starts in der DMV GTC geplant. „Space Drive ist noch nie im Rennsport eingesetzt wurden. Es gab viele Fragen um Technik und Sicherheit zu beantworten“, berichtet Ralph Monschauer, Ausrichter der DMV GTC. Er hat den Antrag auf Rennzulassung gestellt. „Ein Sachverständiger hat das umgerüstete Rennfahrzeug inspiziert. Danach bekamen wir die Freigabe für Testfahrten ohne Zeitmessung beim Schaeffler Paravan Race Weekend.“ Bereits beim Einstand in die Serie zeigte der umgebaute Audi R8 LMS GT3 eine beeindruckende Performance. Noch außerhalb der Wertung konnte Markus Winkelhock bei beiden DMV GTC Wertungsläufen bis auf Platz 5 vorfahren.

„Im Rennfahrzeug muss man schneller agieren als in einem Straßenfahrzeug“, weiß Rennpilot Markus Winkelhock. „Wenn das Fahrzeug ausbricht musst Du ganz schnelle Lenkbewegungen nach rechts und links machen können. Da waren am Anfang meine Zweifel, ob die Motoren diesen Anforderungen gerecht werden. Aber das war kein Problem: Die Steuerung ist unglaublich schnell und unglaublich präzise.“

Ausgestattet ist der R8 LMS GT3 mit einem speziellen Force-Feedback-Lenkrad. Die Übertragung der Lenkbefehle erfolgt nicht mehr mechanisch, sondern innerhalb von Millisekunden über Kabel – also Steer-by-wire – durch elektrische Impulse. Die Technologie „Space Drive“ hat sich in den letzten 17 Jahren bereits auf gut einer Milliarde unfallfreien Kilometern bewährt, wird nach den höchsten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen gefertigt und verfügt über eine Straßenzulassung. Die Technologie ist dreifach redundant ausgelegt: Fällt eine Steuerung aus, gibt es zwei Backup-Steuerungen, die eine absolute Ausfallsicherheit gewährleisten. Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG will das System bis 2021 zur Serienreife bringen.

„Die Technologie hat ihren Ursprung in der Behindertenmobilität. Unsere Kunden haben jahrelang dazu beigetragen, das System weiter zu entwickeln. Jetzt können auch sie von den Erkenntnissen aus dem Rennsport profitieren“, unterstreicht Roland Arnold, der auch Gründer und Geschäftsführer der PARAVAN GmbH ist. „Wenn Space Drive mit so hohen Geschwindigkeiten und Extrembelastungen auf der Rennstrecke besteht, gibt das auch ein gutes Sicherheitsgefühl für die Nutzer die tagtäglich mit dem System auf der Straße, mit vielleicht 70 bis 80 Stundenkilometern unterwegs sind. Die Erkenntnisse, die aus diesem Projekt gewonnen werden, kommen nicht nur der neuen Space-Drive-Generation „3“ und der anstehenden Industrialisierung zu Gute, sie fließen auch direkt in den Produktions- und Wartungsprozess der aktuellen Space-Drive-Generation für die Behindertenmobilität ein.“

Am vergangenen Wochenende hat der Steer-by-Wire-Rennwagen im Rahmen des 24h-Rennens Nordschleifengeschichte geschrieben: Zum ersten Mal in der Historie der traditionsreichen Rennstrecke hat das Fahrzeug mit Rennfahrerin Rahel Frey und ganz ohne Lenksäule die Nordschleife gefahren. Beim nächsten Rennen der DMV GTC am 5. und 6. Juli am Hockenheimring wird R8 LMS GT 3 wieder im Einsatz sein.

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