Autofahren mit Tetraplegie - Bilder, Links und Informationen

 

Insbesondere hohe Querschnitte benötigen perfekt angepasste und nachjustierbare Bedienelemente. Hier dürfen wir im Vorfeld nachfolgenden Link Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit empfehlen:

http://www.paravan.de/produktloesungen/space-drive.html

 

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Bildergalerie "Mobilität für Tetraplegiker"

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Informationen und Tipps

Bezeichnung:
Tetra heißt vier und bedeutet die motorische Lähmung von Beinen und Armen.

Ursache:
Unfall mit Zertrümmerung der Wirbelkörper und Quetschung oder Durchtrennung des Rückenmarks (z. B. bei Badeunfälle durch Kopfsprung in unbekannt tiefes Gewässer), Rückenmarksinfarkt, Tumor, Schuss- oder Stichverletzung, Erkrankungen.

Auswirkungen:
Beschädigung des Rückenmark zwischen dem 3.-7. Halswirbel (Halswirbelbereich  = Cerebral, C 1-8.

Teilweise (inkomplette Tetraplegie) oder völlige Lähmung (Tetraplegie) beider Beine und Arme mit starker bis sehr starker Beeinträchtigung der Atmung und der Armfunktion.

Folgen:
Die Muskulatur beider Arme, beider Beine und des Körpers sind ab der Durchtrennung des Rückenmarks gelähmt. Die vorhandene Muskulatur kann nicht mehr willentlich angespannt und bewegt werden. In den betroffenen Bereichen ist jede Sensibilität wie das Empfinden von Schmerz, Druck, Verletzung und Berührung nicht mehr fühlbar. Durch den Wegfall der Tiefensensibilität kann der Betroffene die Stellung seiner Beine und je nach Lähmungshöhe eines Teils seiner Arme und seines Körpers ohne Blickkontakt nicht lokalisieren. Der Stuhlgang und der Harndrang können nicht mehr wahrgenommen werden, so dass eine künstliche Entleerung regelmäßig beigeführt werden muss.
Durch unkontrollierbare Muskelverkrampfungen kann es in den Beinen und Armen zu Streck und Beuge - Spasmus kommen. Das Spektrum reicht vom Zittern der Beine bis zu voll durchgestreckten Knien, Hüften und Füße.
Die Hände sind von schwach bis sehr stark in ihrer Funktion, Bewegungsfähigkeit und Kraft eingeschränkt. Die Drehbewegung im Handgelenk ist oft nicht mehr möglich. Meistens ist der Bizepsmuskel (Armbeuger) intakt, so dass eine aktive Beugung des Ellenbogens gesteuert werden kann. Der Armstrecker (Triceps) kann oft nicht mehr aktiviert werden. Die Streckung des Armes erfolgt durch oft nur passiv, in dem der Arm einfach fallen gelassen wird. Das Greifen der Finger kann nur durch eine spezielle Technik (Funktionshand) erfolgen. Durch eine ständige Lagerung der Hände in einer speziellen Position von Anbeginn der Behandlung wird eine Handstellung durch Verkürzung der Streckmuskulatur erreicht, die einen passiven Faustschluss und das Einklemmen eines Gegenstandes zwischen Daumen und Zeigefinger erst ermöglicht. Durch die Lähmung der Muskulatur im Rippenbereich ist nur eine Zwerchfellatmung möglich, die zwangsläufig zu einem geringen Lungenvolumen führt, was sich wiederum auf die Kraft, die Belastbarkeit und die Beweglichkeit niederschlägt und zu starken Schwankungen im Tagesverlauf führt.

Versorgung mit Pkw:
Die Hand- und Armfunktionen sowie die dadurch erzeugte Kraft sind stark bis sehr stark eingeschränkt. Auf grund der ausgedehnten Lähmung sind fast keine Rücken- und Brustmuskulatur mehr für den aktiven Einsatz vorhanden. Dadurch wird die Sitzstabilität beim Kurven fahren stark beeinträchtigt. Die Einschränkung der Kraft und der Bewegungsfähigkeit wird besonders in der Drehbewegung im oberen Lenkradbereich (übertragen auf das Zifferblatt einer Uhr zwischen 11 und 1 Uhr) sichtbar.
Eine nicht mehr ausführbare Drehbewegung im Handgelenk hat Auswirkungen auf das Bedienen des Autoschlüssels zum Starten des Motors und bei verschiedenen Bedienelementen (Intervallschaltung des Scheibenwischers am Blinkhebel, Lichtschalter an der Konsole etc.) Außerdem kann im Handgelenk keine stabile Stellung eingenommen werden, so dass eine Fixierung des Handgelenkes durch eine Lenkradgabel oder gar des ganzen Handgelenkes durch einen Lenkrad-Dreizack angezeigt ist.
Die ständig eingeschränkte Atmung führt auch zur Kräfteminderung  und so im Tagesverlauf zu Leistungsabfall, was bei den Kräfte- und Bewegungsmessungen berücksichtigt werden muss.

Die möglicherweise vorhandene einschießende Spastik in den Beinen kann zu unkontrolliertem Bedienen des Gas- oder Bremspedals führen. Eine Abdeckung der Pedalanlage ist hier zwingend erforderlich.

Pauschale Einstufung nach Lähmungshöhe (Überschneidungen sind möglich):

C4 = meistens nur Teile des Armbeuger (Bizeps) vorhanden und fast keine Handfunktion.

C5 = Armbeuger (Bizeps) vorhanden, aktive Streckung des Armes kann durch die Auswärtsdrehung des Armes im Schultergelenk (Außenrotation) gestreckt werden. Kann antrainiert werden, ist notwendig, damit das Steuer beim Kurven fahren auch genügend eingeschlagen werden kann.

C6 = Bei entsprechender Lagerung bei der Frischverletztenphase ist der passive Faustschluss und das passive Greifen von Gegenständen mit dem Daumen und dem Zeigefinger möglich.

C7 = Armstrecker (Triceps) vorhanden, d. h. das Drehen des Lenkrades in Kurvenfahrten ist voraussichtlich mit wenig Unterstützung der Technik möglich.

C8 = Die Muskulatur zum Fingerbeugen sind funktionsfähig, Handfunktionen sind fast alle vorhanden.

Unabdingbar ist eine Klimaanlage wie auch als Pendant eine Standheizung, da sich Tetraplegiker (wie „Reptilien“) der jeweiligen Temperatur anpassen und so unterkühlen oder überhitzen können. Eine Folge kann beispielsweise der Hitzetod bei einer Temperatur über 40 Grad Celsius sein!

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