Autofahren mit Poliomyelitis (spinale Kinderlähmung) - Bilder, Links und Informationen

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Informationen und Tipps

Bezeichnung:
Wörtlich übersetzt: graue Rückenmarksentzündung.

Ursache:
Die Viren, die diese Infektionskrankheit hervorrufen können, entzünden hauptsächlich die motorischen Vorderhornzellen im Rückenmark, die für die Funktion der  Muskeln zuständig sind. Die Vorderhornzellen haben eine graue Farbe.

Auswirkungen:
Muskel- und Skelettschädigungen

Folgen:
Je nach Ausmaß der geschädigten Vorderhornzellen im Rückenmark, sind mehr oder weniger Muskeln von einer schlaffen Lähmung betroffen. In schweren Fällen kann der ganze Körper und die Atemmuskulatur beeinträchtigt sein.
Typisch sind schlaffe, asymmetrische (ungleichseitige) Lähmungserscheinungen in den Beinen und dem Rumpf bis hin zu den Armen. Die Muskulatur atrophiert (schwindet) und wird dünn.  Bei Erkrankungen im Kindesalter kommt es zum Wachstumsrückstand der befallenen Glieder, so dass eine Bein- und/oder Armverkürzung auf einer Körperseite vorhanden ist. Der Rumpf verändert sich, da durch die einseitige Lähmung der Muskeln eine Skoliose (Wirbelverschiebung) entsteht. Durch ungleicher Muskelzug entstehen Gelenkverformungen, Skoliose und andere Deformierungen. Bei fehlender Belastung der Knochen entsteht Osteoporose (Entkalkung) mit erhöhter Bruchgefährdung der Knochen.
Die Sensibilität (Empfindungen) ist erhalten, es können aber Durchblutungsstörungen mit violetten Verfärbungen, schweißiger Haut und kalten und schmerzenden Füßen bestehen.
Die betroffenen Muskeln können keine oder nur geringe Kraft entwickeln, so dass auf jeden Fall eine Einschränkung der Bewegung als auch der Kraft vorliegt.

Spätfolgen der Poliomyelitis:
Wie bei anderen körperlichen Behinderungen traten auch bei Poliomyelitis im Laufe der Jahre Folgeschäden auf, z.B. Arthrose, Gelenkverformungen. Hinzu kommen bei Poliomyelitis Alterungsprozesse, die durch Fehl- oder Überbelastung beschleunigt und verstärkt ablaufen.
Neben diesen Symptomen tritt aber häufig in zunehmenden Alter das Postpoliosyndrom auf. Neue Muskelschwächen, Schmerzen, allgemeine Erschöpfung und Ermüdbarkeit, neue Atem- und Schluckprobleme beschränken die bisherige schon dezimierte Bewegungsfähigkeit und Kraftaufbringung noch mehr als bisher schon.

Versorgung mit Pkw:
Dadurch, dass die Muskelschwäche in der Regel oft eine Seite stärker trifft, ist eine Ausrichtung der Bedienung von Gas-Bremse und sonstiger Bedienelemente meistens auf eine Seite auszurichten. Welche Art von Lenkmittel für die Person in Frage kommt, darüber kann durch den unterschiedlichen Befall und die mannigfachen Ausprägungen der Erkrankung nur ein Test Klarheit geben. Vom normalen Lenkrad über das Mini-Lenkrad bis hin zum Joystick kommt alles in Frage. Die Bewegungseinschränkungen und die Kraftminderung in den betroffenen Körperteilen erfordern individuelle Abstimmung und Einstellung der technischen Hilfen, wie dem geeigneten Lenkmittel, dem Platzieren bzw. Adaptieren der Bedienelemente, die Unterstützung der Lenkung- und Bremskräfte etc.
Oft ist ein Umwechseln vom Rollstuhl in den Fahrersitz nicht mehr möglich, so dass das Fahren im Rollstuhl hinter dem Steuer notwenig wird.

Beim Auftreten des Postpoliosyndroms muss eine völlige Neueinschätzung der Beweglichkeit und der Kräfteverhältnisse vorgenommen werden.

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